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Neue Grenzpendlerzahlen

Krise macht sich bemerkbar – jedoch nicht so stark wie erwartet

(Region Sønderjylland – Schleswig). Einen Rückgang der Grenzpendlerzahlen hat das Infocenter, die Grenzpendlerberatungsstelle im Regionskontor der Region Sønderjylland – Schleswig, in einer Umfrage vom November 2009 bei allen 98 dänischen Kommunen festgestellt. Wurden im Jahr 2008 noch 19.300 Grenzpendler registriert, liegen die Zahlen jetzt nach qualifizierten Schätzungen auf der Grundlage der Befragung aller Kommunen bei ca. 13.700.

Die vier grenznahen Kommunen Aabenraa, Tønder, Haderslev und Sønderborg liegen dabei vorn. Sie haben insgesamt gesehen die höchsten Grenzpendlerzahlen, was wenig überraschend ist.

Sie meldeten insgesamt 6375 Pendler (netto 3825). Das Infocenter rechnet damit, dass die Zahl der in Dänemark wohnenden Grenzpendler in Richtung Deutschland ebenfalls leicht rückgängig ist und nun bei rund 1000 liegt.

Das Infocenter fordert dazu auf, aus der qualifizierten Schätzung eine wissenschaftliche Untersuchung zu machen, um eine gesicherte Grundlage für weitere Erhebungen zu haben. Gleichzeitig könnte eine wissenschaftliche Untersuchung die Pendlerströme nach Qualifikation, Motivation, Erfahrungen im Umgang mit Ratgebern, Behörden, Stolpersteinen auf dem Weg zu einem grenzenlosen Arbeitsmarkt u.a. befragen. D.h. man könnte mit einer wissenschaftlichen Untersuchung z.B. erfahren, wann und unter welchen Umständen Grenzpendler im Arbeitsland sesshaft werden, welche Bedeutung etwa der Besuch von deutschen Schulen, Kindergärten oder anderem in Dänemark und umgekehrt von dänischen Schulen und anderen Institutionen in Deutschland dabei habe.

 

Schätzung der Grenzpendlerzahlen 01.12.09

Verfahren und Hintergrund

Um einen Anhaltspunkt hinsichtlich der Grenzpendlerzahlen auf dem deutsch-dänischen Arbeitsmarkt zu erhalten, wurde im November 2009 eine Befragung der 98 dänischen Kommunen durch das Regionskontor & Infocenter der Region Sønderjylland-Schleswig durchgeführt.

Da jeder Grenzpendler, der in Dänemark arbeitet einen Krankenversicherungsnachweis (das sog. Formular E 106) der dänischen Kommune erhält, wurde nach dieser Anzahl gefragt.

Derzeit liegen Antworten von 97 Kommunen (entspricht 98,9%) vor.

Da nicht auszuschließen ist, dass Angehörige aus anderen EU-Ländern mitgemeldet wurden, wurde eine Sicherheitsabschlag von 20% in der Schätzung vorgenommen.Gleiches gilt für Verwaltungs- und Übermittlungsfehler, die ebenfalls mit einem 20%igen Abschlag einkalkuliert wurden.

Die Zahl der in Dänemark wohnenden Pendler wird als ebenfalls rückläufig bei ca. 1000 Arbeitnehmern eingeschätzt.

Ergebnis:

 

2009

2008

2007

Grenzpendlerzahl brutto (mit Drittstaatsangehörigen und Verwaltungsfehlern):

21.439

30.239

19.218

Grenzpendlerzahl netto (Wohnsitz Deutschland) ca.

12.863

18.143

11.530

Grenzpendlerzahl netto (Wohnsitz Dänemark) ca.

1.000

1.200

1.200

Summe ca.

13.863

19.343

12.730

Die vorliegenden Zahlen verstehen sich als qualifizierte Schätzung, die geradezu dazu auffordern, wissenschaftlich überprüft zu werden, denn auch eine qualifizierte Schätzung bleibt eine Schätzung. Gleichzeitig wird im Vergleich zu früheren Zahlen (2000: ca. 2.500; 2007: ca. 12.700; 2008: ca. 19.300) der starke Anstieg der Grenzpendlerzahlen in den Vorjahren deutlich, der sich aufgrund der Wirtschaftskrise zwar umgekehrt hat, dieses jedoch nicht im erwarteten Ausmaß.


Letzte Aktualisierung am 03-12-2009 Infocenter.

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